Landstern – Nominiert in der Kategorie „Stark für die Landwirtschaft“

Schneller Dünger-Check auf Rädern



Zukunftsfähige Landwirtschaft braucht Innovationen. Axel Romundt vom Maschinenring Mitte Niedersachsen ist mit seiner mobilen Nährstoffmessstation für den LANDStern in der Kategorie „Stark für die Landwirtschaft“ nominiert.

„Mit der mobilen Schnellanalyse wollen wir die Bereitschaft erhöhen, Gülle aufzunehmen.“ (Zitat Axel Romundt)

„Mit der mobilen Schnellanalyse wollen wir die Bereitschaft erhöhen, Gülle aufzunehmen.“ (Zitat Axel Romundt)

Sekundenschnell verändern sich die Zahlen auf dem weißen Bildschirm. Gesamtstickstoff, Ammoniumstickstoff, Phosphor, Kalium und Trockenmasse werden angezeigt. Der Monitor ist das Herzstück des mobilen Gülle-Analyse-Gerätes, das auf den niedrigen PKW-Anhänger mit der weißen Plane montiert wurde. „Wir vom Maschinenring Rotenburg-Verden betreiben seit 16 Jahren eine Güllebörse und wollten unseren Mitgliedern noch mehr Service bieten“, erzählt der stellvertretende Geschäftsführer Axel Romundt, der Anfang 2015 die Idee zu dem Gerät hatte, das bei der Geschäftsstelle in Visselhövede ausgeliehen werden kann.

Romundts Arbeitgeber fusionierte jüngst mit dem benachbarten Maschinenring aus Schweringen zum Maschinenring Mitte Niedersachsen. Und was liegt da näher, als den jetzt insgesamt 1.500 Landwirten Aufwand und Zeit zu ersparen? Mit der mobilen Messstation sind Landwirte flexibel, weil sie bei der Gülleausbringung einfach zwischengeschaltet werden kann. Bei der Entnahme aus dem Behälter oder der Güllegrube wird die Anlage zwischen Lager und Fass angeschlossen und misst in Echtzeit die durchlaufende Gülle.



Hilfe bei der Entwicklung


Besonders interessant ist die Messstation für gülleaufnehmende und -abgebende Betriebe, denn sie kann auch am Feldrand zwischen Container und Ausbringfahrzeug montiert werden. Ein Stromanschluss ist für die Analyse nicht nötig, denn dank der eingebauten Batterie kann das Gerät ein bis zwei Tage autark arbeiten. „Wir kennen die Problematik, dass in der Gülle nicht die angegebenen Nährstoffe enthalten sind. Jetzt können Landwirte sehen, was sie wirklich auf den Acker fahren“, berichtet Axel Romundt.
Er meldete sich mit seiner Idee vor zwei Jahren bei der Firma Kotte Landtechnik in Rieste. „Es gab auf dem Markt schon Anbieter, die ähnliche Analysemethoden direkt am Fass oder an der Dockstation anwenden, aber mein Einfall mit einem transportablen Gerät war neu“, erinnert sich Romundt. Er und seine Kollegen waren in die gesamte Entwicklung der Messstation bis zur Marktreife eingebunden und durften das erste Exemplar mit nach Hause nehmen. Das „Güllemobil“ aus Visselhövede heißt eigentlich NutrientContentLab Mobile (NCL) und ist seit der Agritechnica 2015 auf dem Markt.


Mit der mobilen Nährstoffmessstation wird den Mitgliedern vor Ort die Bestimmung der Nährstoffgehalte im Wirtschaftsdünger ermöglicht.

Mit der mobilen Nährstoffmessstation wird den Mitgliedern vor Ort die Bestimmung der Nährstoffgehalte im Wirtschaftsdünger ermöglicht.


Optische Beprobung


Dass die von dem Gerät gemessenen Werte stimmen, beweisen stichprobenartig parallel gezogene Proben, die im Labor der LUFA untersucht werden. Aber wie funktioniert die Messung am Feldrand? Romundt erklärt es so: „Das Gerät hat einen Fotospeicher, in dem Proben hinterlegt wurden. Der Nah-Infrarotsensor vergleicht die durchfließende Gülle mit den Bildern aus seiner Datenbank und bestimmt so die Inhaltstoffe der Gülle.“ Der Landwirt kann anschließend per Knopfdruck entscheiden, ob er eine gedruckte Übersicht mit den gemessenen Durchschnittswerten pro Fass oder pro Einsatz haben möchte.

Ganz zufrieden ist Romundt mit seiner Errungenschaft trotzdem noch nicht, denn er will mit der Güllebörse auch in Zukunft die Nase vorn haben. Getüftelt wird deshalb an einer Software, die die Arbeit auf dem Acker mit den Werten der Analyse abstimmt. „Der Landwirt soll elektronisch abrufen können, welche Geschwindigkeit er mit dem Fass, das er gerade benutzt, fahren soll, damit die Ausbringung genau auf den Bedarf der Fläche abgestimmt ist“, wünscht sich Romundt.
Für ihn ist klar, dass die genaue Analyse der Nährstoffe mit den steigenden Anforderungen an den Umweltschutz immer wichtiger wird, denn er will „weg vom Kubikmeter pro Hektar und stattdessen Nährstoffe pro Hektar verteilen“. Parallel zur neuen Düngeverordnung werde an einem Zertifizierungsprogramm gearbeitet, in dem auch Güllebörsen bestimmte Qualitätsstandards erfüllen müssten. „Die Vermarktung der Gülle aus Überschussregionen wird in den Ackerbauregionen ohne genaue Analyse der Nährstoffgehalte bald nicht mehr möglich sein“, ist sich Romundt sicher.
Die Landwirte im mittleren Niedersachsen profitieren dank dem Einsatz ihres Maschinenrings schon jetzt von der Schnellbestimmung der Nährstoffe.

Friederike Husmann