Landstern – Nominiert in der Kategorie „Mein Verein“

Fußball einfach mal anders



Um ihr Hobby mit dem Lebensgefühl am Strand zu verbinden, hat sich die Landjugend Nordloh-Tange im Ammerland etwas Besonderes überlegt. Mit ihrem ganz speziellen Fußballplatz ist sie für den LANDStern nominiert.

Das Runde muss ins Eckige: Die Spielregeln beim Beachsoccer im weichen Sand sind ähnlich wie beim Fußballspielen.

Das Runde muss ins Eckige: Die Spielregeln beim Beachsoccer im weichen Sand sind ähnlich wie beim Fußballspielen.

Kicken im warmen Sand und ein Gefühl von Urlaub – die Erinnerung an die traumhaften Bilder vom Copacabana-Strand am Zuckerhut in Rio de Janeiro bleibt. Ihre Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft sorgte 2014 dafür, dass die Mitglieder der Landjugend Nordloh-Tange ein besonderes Projekt auf die Beine stellten. „So ein Feeling wie in Brasilien wollten wir auch“, erinnert sich der Vorsitzende Jens Boekhoven. Die Idee für das Beachsoccer-Feld hatte seine Vorgängerin Jantje Berger, die nach der breiten Zustimmung der Landjugendmitglieder direkt die Planung und Umsetzung in die Hand genommen hat. Auch wenn das Meeresrauschen fehlt und im Winter zwangsläufig pausiert werden muss, hat das sandige Fußballfeld mittlerweile viele Fans.



Wettbewerb gewonnen


Den Plan, einen Mehrzweckplatz zu bauen, der die Dorfjugend für den fehlenden Spielplatz im Apener Ortsteil Nordloh entschädigen soll, hatte die Landjugendgruppe schon länger. Vor vier Jahren reichten die Jugendlichen im Rahmen des Traktorpullings auf der Tarmstedter Ausstellung ihr Konzept ein, um den mit 1.000 Euro dotierten Agravis-Förderpreis für soziale Projekte zu gewinnen. Mit ihrer guten Idee und der wohldurchdachten Umsetzung behaupteten sie sich gegen elf andere Bewerber und nahmen das Geld mit nach Hause. Weil sich der Landjugendverein nach seiner Auflösung im Jahr 2000 erst 2014 neu gegründet hatte, brauchte es für die Realisierung des Projektes ein paar Jahre Zeit. „Wir haben die Finanzierung und den Standort des Platzes mit der Gemeinde Apen und dem Landkreis Ammerland abgesprochen, die dann auch die Kosten mitgetragen haben“, beschreibt Jens Boekhoven das Vorgehen. Mit geballter Arbeitskraft hat sich die Gruppe, die inzwischen 50 Mitglieder zählt, im Frühjahr 2017 an den Bau des Feldes gewagt. Entstanden ist das Spielfeld direkt neben dem Fußballplatz des örtlichen Sportvereins SV Gotano.
„Unsere Wochenenden und Abendstunden waren dann bis zur Fertigstellung im Juni 2017 verplant“, erzählt Boekhovens Vorstandskollege Piet Boersma von den Arbeiten. Behilflich waren den Jugendlichen dabei laut Boersma auch die örtlichen Unternehmer. „Wir konnten zum Teil Maschinen kostenlos leihen und ein Teil des Materials wurde gesponsert.“ Das Grundgerüst für das Spielfeld und die Tore fertigten zwei Metallbauer aus dem Landjugendverein an. Piet Boersma und seine Vorstandskollegen gehörten schon bei den Bauarbeiten zum „harten Kern, der immer da war“, sagt er. Alle drei sind nicht nur in der Landjugendgruppe aktiv, sondern auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr.


Steckten viel Arbeit in den Platz: Piet Boersma, Jens Boekhoven und Dominik Stöhr (v.l.) vom Landjugend-Vorstand.

Steckten viel Arbeit in den Platz: Piet Boersma, Jens Boekhoven und Dominik Stöhr (v.l.) vom Landjugend-Vorstand.


Sportarten ausprobieren


Offiziell eröffnet wurde der neue Platz im Juli 2017 mit einem Turnier für Gruppen und Vereine aus der Umgebung und einer anschließenden Party. 16 Mannschaften spielten mit, schlitterten durch den Sand und schossen mit nackten Füßen Tore. „Die Regeln sind ähnlich wie beim Fußball“, weiß Kassenwart Dominik Stöhr, wie Jens Boekhoven von Beginn an Mitglied der Landjugend und treibende Kraft bei der Verwirklichung des Projektes.

Im Gegensatz zum Fußball stehen beim Beachsoccer allerdings nicht 22, sondern nur zehn Spieler einschließlich Torwart auf dem Platz. Gerne nutzen die Kinder aus dem Ort das Feld, um „einfach nur ein bisschen zu kicken“, sagt Stöhr. Im Frühjahr wird der jetzt laubbedeckte Platz, der sich „im Winterschlaf“ befindet, wieder „fit gemacht“, verspricht Piet Boersma. „Wir hängen noch Bandenwerbung auf, machen alles sauber und straffen die Netze.“ Auf dem 13 mal 20 Meter großen Spielfeld, das die Landjugend nach den Vorarbeiten mit 150 Kubikmetern Sand aufgefüllt hat, soll zukünftig möglicherweise nicht nur Beach­soccer gespielt werden. Eine Wiederholung des Turniers, das im Ort so viel Zuspruch bekommen hat, ist aber geplant. „Vielleicht machen wir auch noch ein Beachvolleyball-Turnier“, so die Überlegung von Jens Boekhoven. Seine Vorstandskollegen nicken zustimmend. Ob sich demnächst die beiden Tore oder ein Volleyballnetz bei der Nutzung des Spielfelds durchsetzen, wissen die Jugendlichen noch nicht. .

Friederike Husmann